Eignungsprüfung Kirchenmusik

Kirchenmusiker/innen können an der Hochschule für Musik Würzburg den folgenden Studienabschlüsse erzielen:

  • Bachelor of Music in Performance
  • Master of Music in Performance

Inhalte der Eignungsprüfung

Kirchenmusik – Bachelor of Music in Performance

Für das Studium der Kirchenmusik ist der Nachweis der Allgemeinen Hochschulreife oder der allgemeinen Hochschulzugangsberechtigung gemäß § 29 der Qualifikationsverordnung erforderlich.
Der Nachweis muss spätestens bei der Einschreibung vorgelegt werden. Die Zulassung zum Studium kann auch erfolgen, wenn mindestens der mittlere Schulabschluss und in der Eignungsprüfung eine außergewöhnliche Begabung und Eignung nachgewiesen werden

Gegenstände der praktischen/mündlichen Prüfungen sind:

  • Kernfach Orgel (Prüfungsdauer bis zu 30Minuten)
    Orgel Literaturspiel
    – Drei mittelschwere Werke aus drei verschiedenen Epochen
    – Ein Choralvorspiel nach Wahl aus dem „Orgelbüchlein“ von J.S. Bach
    Liturgisches Orgelspiel
    – Eine vorbereitete Partita mit 3-4 Variationen, Stil freigestellt
    Intonationen und Liedsätze unvorbereitet auf Zuruf
  • Klavier (Prüfungsdauer bis zu 10 Minuten):
    – Ein leichter klassischer Sonatensatz
    – Ein  Werk  aus dem Barock im Schwierigkeitsgrad der „Inventionen“ und „Sinfonien“ von J.S.Bach
    – Ein kleineres Werk aus dem 20. Jahrhundert, z.B. Bartok, Mikrokosmos
  • Dirigieren (Prüfungsdauer bis zu 10 Minuten):
    – Ein vierstimmiger Bach-Choral vorbereitet
    – Vortrag eines Liedes aus Bach-Schemelli
  • Tonsatz (Prüfungsdauer bis zu 10 Minuten):
    Generalbassspiel; Harmonisierung einer Melodie am Klavier; Fragen aus dem Bereich der Musiktheorie und Musikgeschichte
  • Gehörbildung (Prüfungsdauer   bis   zu   10   Minuten)
    Vomblattsingen   tonaler   und   freitonaler Melodien,  auch  textiert,  in  sämtlichen  Schlüsseln;  Skandieren  gegebener  schwieriger  Rhythmen mit  gleichzeitigem  Dirigieren  des  Taktes;  Singen  einer  Einzelstimme  eines  Bach-Chorals  mit gleichzeitigem   Klavierspiel   der   übrigen   Stimmen;   Spontane   improvisierte   Ergänzung   eines gegebenen tonalen Vordersatzes durch einen stilistisch passenden Nachsatz (Ausführung: Gesang oder Klavierspiel)

Gegenstände der schriftlichen Prüfungen sind:

  • Tonsatz (Prüfungsdauer 120 Minuten)
    Aussetzen eines bezifferten Basses; Vierstimmiger Chorsatz zu einer gegebenen Melodie
  • Allgemeine Musiklehre (Prüfungsdauer 60 Minuten)
    Die Aufgabenstellung in der Allgemeinen Musiklehre kann alle Themenbereiche dieses Faches, einschließlich der Grundlagen der Akustik und Instrumentenkunde umfassen z.B.:  Notennamen und Registerbezeichnungen, Lesefähigkeit sämtlicher Schlüssel, Tonartvorzeichnungen und Skalenbestimmung (modal und dur-moll-tonal), Definitionen musikalischer Fachtermini (deutsch, italienisch und englisch), Übertragung gegebener Tondauern in gegebene Taktarten, Intervalldefinitionen, Grundkenntnisse der Akkordlehre (Funktionslehre, Stufenlehre, Generalbasslehre), Notierung von Obertonreihen; Fragen aus den Bereichen Akustik und Stimmungslehre, Instrumentenkunde, Werkkenntnis der wichtigen Komponisten (auch des 20. Jh.) und Spieltechniken von Instrumenten Beispiele/Allgemeine Musiklehre finden Sie in der rechten Spalte
  • Gehörbildung (Prüfungsdauer 45 Minuten)
    Die Diktate der schriftlichen Gehörbildungsklausur, die am Klavier gegeben werden, umfassen folgende Inhalte:
    – Intervalle, sukzessiv, von einem gegebenen Ton aus im Violin-bzw. Bassschlüssel
    – Intervalle, simultan, in verschiedenen Registerlagen
    – Notierung einfacher melodischer Phrasen (Barock, Klassik)
    – Notierung dreistimmiger Akkorde in Grundstellung und sämtlichen Umkehrungen, von einem gegebenen Ton aus simultan und arpeggiert gespielt (Dur, Moll, vermindert, übermäßig und freitonal, z.B. Quartenakkord oder Cluster)
    – Notierung vierstimmiger Akkorde in Grundstellung und sämtlichen Umkehrungen, von einem gegebenen Ton aus simultan und arpeggiert gespielt (alle Septakkordformen des traditionellen Tonsatzes)
    – Notierung einer freitonalen Melodie (z.B. Hindemith, Schönberg).

Kirchenmusik – Master of Music in Performance

Bewerber, die bereits ein Kirchenmusikstudium abgeschlossen haben, legen das Eignungsverfahren für den Master ab.

Gegenstände der praktischen/mündlichen Prüfungen sind:

1. Orgelliteraturspiel (Prüfungsdauer ca. 20 Minuten)
– Literaturliste der wichtigsten bisher gearbeiteten Werke vorlegen
– Liste von vier größeren Werken (17. Jahrhundert bis Gegenwart), davon ein Werk der Romantik in
ausgearbeiteter Registrierung
– Vom-Blatt-Spiel

2. Orgelimprovisation (Prüfungsdauer ca. 15 Minuten)
– eine vorbereitete Partita in fünf Sätzen mit verschiedenen c.f.-Lagen
– ad-hoc-Aufgaben

3. Gehörbildung mündlich (Prüfungsdauer bis zu 5 Minuten)

4. Kolloquium (Prüfungsdauer bis zu 10 Minuten), auch um Schwerpunkt festzulegen

5. Chorleitung (Prüfungsdauer bis zu 30 Minuten).