Ausnahmekünstlerin und Hochschullehrerin verstorben
Ihre Gesangsausbildung startete die Mezzosopranistin Leandra Overmann mit dem Unterricht bei ihrer Mutter, einer Primadonna der serbischen Nationaloper. Ihr professionelles Debut feierte sie als Rosina im Barbier von Sevilla. 1977 bis 1982 war sie am Landestheater Detmold engagiert, 1985 bis 1997 am Opernhaus Basel, 1997 bis 2000 am Theater Bonn, wo sie ihr Repertoire um einige Wagner-Rollen erweiterte. Von 2001 bis 2006 war sie Mitglied des Ensembles an der Staatsoper Hannover. Seit Herbst 2006 ist Leandra Overmann Mitglied des Ensembles der Staatsoper Stuttgart, wo sie als Küsterin in Jenufa, Klytämnestra in Elektra und als Hexe in Hänsel und Gretel zu hören und zu sehen war. Andere Engagements führten sie nach Dresden und Basel.
Daneben war Leandra Overmann im Rahmen zahlreicher Gastspiele zu hören. Bedeutende Stationen waren:
Teatro La Fenice (Venedig), Teatro Sociale (Roviglio), Teatro Massimo (Catania), Teatro Lirico (Triest), Gran Teatre del Liceu (Barcelona), Teatro Real (Madrid), Bayerische Staatsoper (München), Semperoper (Dresden), Nationaltheater (Mannheim), Oper Bonn, Staatstheater Wiesbaden, Stadt Theater Bern, Theater Kiel, Theater Basel und das Edinburgh Festival.
Seit 2002 war Leandra Overmann Professorin für Gesang an der Hochschule für Musik. Ihre Arbeit zeichnete sich durch hingebungsvolles Engagement für Ihre Schülerinnen und Schüler aus. Sie setzte sich mit aller Kraft für sie ein und stellte immer wieder Projekte auf die Beine, die ihres Gleichen suchten. Im Haus war die Künstlerin als einzigartige, offene und lebensfrohe Persönlichkeit mit großem Herz bekannt. Am 20. April nun verstarb Leandra Overmann. Ihr Tod reißt eine schmerzliche Lücke.
Die Gedenkfeier für Leandra Overmann findet am Mittwoch den 25. April 2012 um 15:00 Uhr auf dem Hauptfriedhof in Würzburg statt.