An American approach to 19th-century European Harmony
Mit Richard Cohn (Yale University) wird im 15. und 16. Mai 2012 einer der bedeutendsten Vertreter der zeitgenössischen amerikanischen Musiktheorie einen Workshop zur Harmonik des 19. Jahrhunderts an der Hochschule für Musik Würzburg abhalten.
Cohns seit den 90er Jahren mit großer Resonanz publizierte Aufsätze zur Theorie der chromatischen Harmonik des 19. und frühen 20. Jahrhunderts sind grundlegend für die Neo-Riemannian-Theory. Die Bedeutung seines Ansatzes für die deutschsprachige Musiktheorie liegt insbesondere in der Aufarbeitung des deutsch-österreichischen Erbes musiktheoretischer Reflektion.
Den musikalischen Ausgangspunkt bildet eine Theorie der Zirkelharmonik, deren Grundtöne die Oktave symmetrisch teilen und aus der Perspektive der diatonischen Modelle seit Rameau nicht erklärbar sind. Seine Theorie teilt mit David Lewins "Transformational Theory" sowie mit der Pitch-Class-Set-Theory die mathematische Grundlage und schafft einen Übergang von der Analyse spätromantischen Repertoires zur Analyse Bartóks, Ravels, Stravinskys und ihrer Zeitgenossen.
Im Zentrum des Workshops steht die Analyse von Werken aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Der Workshop ist primär für die Studierenden der Hochschule für Musik Würzburg gedacht, doch sind auch Studierende und Lehrende anderer Universitäten und Hochschulen als Gäste willkommen.
Für die aktive Teilnahme am Kurs ist vorab eine Information an
Prof. Dr. Ariane Jeßulat erwünscht, da die Teilnehmerzahl beschränkt ist. Passive Teilnehmer sind jederzeit ohne Anmeldung willkommen.
Kursdaten:
15. Mai, 14 bis 17 Uhr
16. Mai, 10 bis 17 Uhr
Raum B 218 im Gebäude Bibrastraße
Richard Cohn ist Inhaber der renommierten Battell Professur für Music Theory an der
Yale University. Seine Arbeit über chromatische Harmonik war seit den 90er Jahren nicht nur Thema mehrerer Tagungen (summer seminars), sondern brachte eine beträchtliche Anzahl von Doktorarbeiten an den Universitäten von Chicago, Indiana, Yale, Harvard und SUNY-Buffalo hervor.
Im Januar 2012 erschien seine jüngste Publikation Audacious Euphony: Chromatic Harmony and the Triad's Second Nature bei Oxford University Press.
Seine Artikel haben zweimal den Outstanding Publication Award der Society for Music Theory gewonnen. Cohn ist Herausgeber der Oxford Studies in Music Theory.