Bernhard Stengele

Szenische Darstellung - Schauspiel

 

Bernhard Stengele

Er studierte bei Beatrice Camargo in Düsseldorf das Körperalphabet von Jerzy Grotowksi, balinesisches Maskenspiel und rituelles Theater. Dann folgte er einer Einladung nach Paris, wo er bei Monika Pagneux und Philipp Gaullier lernte, was in England und Frankreich als physical theatre movement bekannt wurde. Dort traf er auch auf eines seiner großen Vorbilder Peter Brook.
Zurück in Deutschland spielte der in Wangen/Allgäu geborene Bernhard Stengele für Kinder und Jugendliche und sammelte erste Regieerfahrungen. Gastspiele führten ihn nach Leipzig, Leningrad und Moskau. Er arbeitete als Sprecher für Rias Berlin, später für Arte und erweiterte seinen Horizont beim Tanztheater Skoronel.

Als Schauspieler kam er 1992 als festes Ensemblemitglied ans Stadttheater Konstanz. Legendär ist sein Black Rider von Robert Wilson und das Kultstück Kunst von Yasmina Reza, das er mit seinen Kollegen Bernd Braun und Thomas Kügel über 100 Mal in Konstanz aufführte.
Als nächste Station folgte 1996 das saarländische Staatstheater in Saarbrücken, wo er unter anderem als Baal und Mercutio zu sehen war. Für die Interpretation des Macbeth erhielt er dort den Darstellerpreis der Sponsoren und nahm seine Regiearbeit wieder auf. Mit Warten auf Godot wurde seine erste Regieproduktion nach Georgien eingeladen.
Intendantin Dagmar Schlingmann holte ihn 1999 wieder nach Konstanz, wo er unter anderem "Struwwelpeter", Was der Butler sah", "Hamlet", "Romeo und Julia", "Indien" und "Cyrano" inszenierte und in der "Orestie", "Lola Blau", den "Sommergästen" und "Effi Briest" selbst auf der Bühne stand.
Einer von Kind an gehegten Leidenschaft für Gedichte und Lieder folgte er mit der Realisierung zweier Balladenprogramme "Sie haben nämlich Entenfüße" (www.entenfuesse.de) und "Hinter tausend Stäben" (www.tausend-staebe.de) die beide auch als CD vorliegen. Für seine Lyrikprogramme wurde er im Oktober 2007 mit dem Sprachbewahrerpreis 2007 ausgezeichnet.
Seit der Spielzeit 2004/2005 ist er Schauspieldirektor am Mainfranken Theater Würzburg und führte dort Regie in Schillers „Wilhelm Tell“, Becketts „Endspiel“ und Marivauxs „Triumph der Liebe“. Im Mai 2005 inszenierte er mit Thilo Refferts „Riesending von Pringewitz“ seine erste Uraufführung am Saarländischen Staatstheater.
In der Spielzeit 05/06 stand er als König Ödipus in Sophokles "Ödipus, Tyrann" (Regie: Stephan Suschke) selbst als Schauspieler auf der Bühne und führte Regie in "Orpheus in der Unterwelt" von Jacques Offenbach und in Sarah Kanes "4.48 Psychose". Ferner war er Mitautor und Regisseur in der POPerette "Singles.
In der Spielzeit 2006/2007 führte er in den Produktionen "Nora oder ein Puppenheim" von Henrik Ibsen, dem Weihnachtsmärchen "Die Zaubertrommel" von Johnny Lamprecht und in Goldonis Komödie "Diener zweier Herren" Regie. Ferner stand er im Lyrikprogramm "Das Zwischenstück mit dem Feigenblatt" neben Anne Simmering und Paul Amrod in den Kammerspielen erfolgreich auf der Bühne.
In der Spielzeit 2007/08 eröffnete er als Regisseur mit Büchners "Dantons Tod" und inszenierte als Gastregisseur für das Saarländische Staatstheater Saarbrücken "Die Zaubertrommel" und das Musical „Jekyll und Hyde“ von Frank Wildhorn.
Ferner war er mit "Deutschland. Ein Wintermärchen" in seiner Hommage an seinen Lieblingsdichter Heinrich Heine in den Kammerspielen wieder selbst auf der Bühne zu sehen und führte im Diplomstück der beiden Schauspieleleven, „Disco Pigs“ von Enda Walsh, Regie.Im Juni 2008 folgte im Rahmen des Mozartfestes Würzburg mit Mozarts "Cosi´ fan tutte" sein Regiedebüt im Opernfach.
Die vergangene Spielzeit eröffnete er mit Schillers „Die Räuber“ und führte am auch in der zweiten Schillerproduktion der Spielzeit „Der Parasit“ Regie. Ferner war er in Brechts "Dreigroschenoper" (Regie: Stephan Suschke) als Macheath wiederum als Schauspieler zu erleben und stand als Teil des Then-Quartetts mit "Deutschland. Ein Wintermärchen", was in dieser Spielzeit wieder aufgenommen wird, auf der Bühne der Kammerspiele.
Diese Spielzeit eröffnet er als Regisseur in Aischylos "Orestie" mit den "Choephoren". Ferner inzeniert er die Musical-Uraufführung "Goscior - der Zwischenweltler" und die Oper von Richard Strauss "Der Rosenkavalier".

Berhard Stengele unterrichtet seit dem Wintersemester 2009/2010 "Szenische Darstellung - Schauspiel" an unserer Hochschule.