Masterstudentin Anja Günther gestaltet Klezmer-Konzert

Die Band Sher on a Shier präsentierte am 6. November 2017 ein ganz besonderes Programm: ein Klezmer-Konzert für Dritt- und ViertklässlerInnen der Würzburger Steinbachtal-Burkarder-Grundschule. Anja Günther, die Klarinettistin des Ensembles, hatte zusammen mit Corina Nastoll im Rahmen ihres künstlerisch-pädagogischen Masterstudiengangs die Konzeption für dieses Kinderkonzert entworfen und setzte es gemeinsam mit ihren BandkollegInnen im Kammermusiksaal der Hochschule für Musik Würzburg künstlerisch und pädagogisch gekonnt um.

Der gesamte Saal wurde zur Bühne, denn die vier MusikerInnen spielten für das Publikum aus allen Ecken und Winkeln – von hinten und vorne, von der Seite und aus der Mitte des Saals. Anja Günther (Klarinette, Poyk), Johannes Paul Gräßer (Geige), Paula Sell (Akkordeon) und Sabine Döll (Kontrabass, Querflöte) füllten den Raum sowohl mit fröhlichen, energiegeladenen Tönen, als auch mit melancholischen Melodien. Bemerkenswert ist, dass die international bekannte Klezmerband „Sher on a Shier“ (jiddisch übersetzt „der nicht endende Tanz“) prinzipiell alle traditionellen Klezmer-Musikstücke selbst arrangiert, auswendig vorträgt und inhaltlich so interessant und frei moderiert, dass sich das Publikum unmittelbar angesprochen fühlt. So gelang es der Band auch in diesem Konzert, 90 Grundschulkinder zum begeisterten Mittanzen und Mitsingen zu bewegen.

Neben dem gemeinsamen Musizieren und Bewegen erfuhren die Kinder mittels einer interaktiven Power-Point-Landkarte, aus welchen Teilen Deutschlands die MusikerInnen angereist waren und wo die Klezmermusik ihren Ursprung hat: Sie ist eine aus dem aschkenasischen Judentum stammende instrumentale Volksmusik, die in Osteuropa zu Festen und Hochzeiten gespielt wurde. Der Begriff Klezmer stammt aus dem Hebräischen und bedeutet „Gefäß des Gesanges“.

Nachdem Anja Günther das Publikum auf jiddisch begrüßt hatte, wurden die entsprechenden hebräischen Schriftzeichen an die Wand projiziert. Die Kinder unternahmen ihre wohl ersten Schreibversuche in dieser fremden Sprache, als sie alle zusammen die Buchstaben von rechts nach links in die Luft schrieben.

Plötzlich wurde der Raum dunkel und ein Schweinwerfer erhellte suchend den Saal; die Spannung stieg. Geige und Klarinette nahmen einen gefühlvollen Dialog auf. Doch aus ihrer anfänglich freundlichen, liebevollen Unterhaltung wurde schließlich ein wütender musikalischer Streit: Die Klarinettistin verließ den Raum; zurück blieb der Geiger mit einem traurigen Monolog. Gebannt lauschten die SchülerInnen diesem aufgewühlten Meinungsaustausch …

Als das rund 50-minütige Konzert dem Ende entgegenging, verliehen die Kinder ihrer Freude und Aufregung Ausdruck und forderten begeistert und lautstark eine Zugabe ein. Im Anschluss an das Konzert sammelten sie Autogramme der vier MusikerInnen.

Im Nachklang des Konzertes ging es für die Studierenden der Elementaren Musikpädagogik mit einem Workshop weiter: Die MusikerInnen boten ihnen die Möglichkeit, in die Geschichte und in stilistische Besonderheiten der Klezmermusik einzutauchen.

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Foto: Rosa Faerber

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Foto: Rosa Faerber

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Foto: Rosa Faerber