Mehrgenerationenkonzert: Begeisterte BesucherInnen im Alter von 4 bis 101 Jahre

 Mehrgenerationen-Konzert für Menschen mit und ohne Demenz:
„April, April, der weiß nicht was er will“

Im Rahmen der Jubiläumswoche wurde ein (derzeit noch) besonderes Konzertformat an der Hochschule für Musik angeboten. Studierende und DozentInnen der Fachrichtung Elementare Musikpädagogik luden am Samstag, 1. April 2017 zum 2. Mehrgenerationenkonzert für Menschen mit und ohne Demenz in den Kammermusiksaal im Gebäude am Residenzplatz ein. Musikinteressierte Menschen ab vier Jahren konnten ein abwechslungsreiches Programm rund um den launigen April erleben, von der Studierenden Julia Frach einfühlsam moderiert und durch konzertante Beiträge der Studierenden der EMP in hoher Qualität gestaltet.

So stellten die Studierenden der Elementaren Musikpädagogik unter Beratung der Dozentinnen Mag. Daniela Hasenhündl und Prof. Barbara Metzger ein kurzweiliges, anspruchsvolles Programm zusammen, das den Bedürfnissen der dementiell veränderten Menschen wie auch aller übrigen Konzertbesucher perfekt angemessen war. Von Kunstlied über Tango bis Samba, von Volkslied über Klassik bis Klezmer, alle Programm-Punkte waren unter den Aspekten Aufmerksamkeitsspanne, Lautstärke, kognitives Verstehen und Publikumsbeteiligung den Bedürfnissen der dementiell veränderten Menschen wie auch aller übrigen Konzertbesucher mit großer Sorgfalt und Einfühlungsvermögen zusammengestellt.

Der Zugang zum Gebäude sowie der Kammermusiksaal waren mit Osterglocken geschmückt, so dass an diesem sonnigen Tag sogleich Frühlings-Assoiziationen aufkamen. Das Team Elementare Musikpädagogik eröffnete das Konzert mit einer jazzigen Eigenkomposition, dem „April-Groove“. Die Studierenden der EMP zeigten sich aber nicht nur als Band, sondern auch als Tänzer in der Eigenkomposition „It takes two to tango? oder: Muss man Tango zu zweit tanzen?“ sowie als Sänger und Sängerinnen in dem brasilianischen Folksong „O le le, o la la“, für dessen mitreißendes Arrangement sie ebenfalls verantwortlich zeichneten.

Solistisch begeisterten die Studierende Hanna Margarete Kirsch, begleitet von Jeremy Atkin, mit dem „Et exsultavit“ aus dem Magnificat von J.S. Bach sowie Johanna Schiller, begleitet von Gio Abuladze, mit dem Lied „Im Frühling“ von Franz Schubert. Eine besondere Farbe brachten Anja Günther, Klarinette, sowie Paula Sell, Akkordeon, ins Spiel.

In mitreißender Spiellaune präsentierten sie zwei Stücke aus der traditionellen Klezmer-Musik „S’iz vi Zucker“ und „Dobranotsh“.

Die Studierenden der Elementaren Musikpädagogik begeisterten das Publikum mit mehreren Mitmach-Aktionen, die die konzertanten Beiträge geschickt miteinander verbanden. Beim allen bekannte Gedicht „April, April, der weiß nicht was er will“ sprach das Publikum mit, lernte eine Begleitung mit Klanggesten und interpretierte das Gedicht in unterschiedlichen Stimmungen. Das Volkslied aus Schlesien „Alle Vögel sind schon da“ wurde mit einer Vogelstimmen-Improvisation aus dem Zuschauerraum eingeleitet, anschließend mit dem Publikum gesungen. Kommunikation und Interaktion unter den Besuchern unterstützten das emotionale Erleben der Musik als die Studierenden kleine Vasen mit Osterglocken zum Betrachten und Riechen durch die Reihen wandern ließen.

Das Publikum im Alter von 4 bis 101 Jahren genoß offensichtlich die abwechslungsreiche Gestaltung des Konzertes sowie die hohe Qualität der einzelnen Beiträge. Erfahrungen und Wissen aus der Elementaren Musikpädagogik sowie der Konzertpädagogik und das musikalisch-tänzerische Können sowie die offensichtliche Spiellust der Ausführenden ergänzten sich gegenseitig in wundervoller Weise. Auch der Termin und die Länge des Konzertes sowie die Wahl des Konzertsaales entsprachen den Bedürfnissen des Publikums. Der Kammermusiksaal ist barrierefrei zugänglich und bietet genügend Raum und Ruhe, um sich wohl zu fühlen. Um dies zu gewährleisten war die Anzahl der Zuschauer auf 80 begrenzt, eine Anmeldung war erforderlich.

Als Beitrag der Hochschule für Musik zur Würzburger Veranstaltungsreihe „Demenz und Kultur“ wurde dieses Konzert nicht nur über die Hochschule, sondern dankenswerterweise auch von der Alzheimergesellschaft Würzburg mit ihrem Vorsitzenden Dr. Holger Höhn sowie von HALMA e.V. mit Frau Sabine Seipp als Ansprechpartnerin beworben.

Im Jahr 2018 findet das dritte Mehrgenerationen-Konzert für Menschen mit und ohne Demenz im Rahmen der Landesgartenschau am 24. Juni statt.

 

(Barbara Metzger)