Chaos oder Chance? 10. Tag der Musikpädagogik beschäftigte sich mit Musizieren lernen in der Gruppe

Am Samstag, den 28. April 2018 fand zum 10. Mal der Tag der Musikpädagogik an der Hochschule für Musik Würzburg statt. Zwölf DozentInnen, darunter Masterstudierende und ehemalige StudentInnen der HfM Würzburg, boten Kurzvorträge und Workshops rund um das Thema „Musizieren lernen in der Gruppe“ an, die einen konstruktiven und anregenden Austausch ermöglichten. Das Angebot richtete sich an Studierende und im Beruf stehende MusikpädagogInnen, von denen 60 Interessierte an der Veranstaltung teilnahmen.

Während das Jan Kloss Trio im Foyer spielte, konnten sich die TeilnehmerInnen im jazzigen Ambiente für die angebotenen Workshops anmelden. Jede/r TeilnehmerIn hatte die Möglichkeit nach eigenem Interesse zwei der fünf Workshops zu besuchen. In den einzelnen Gruppen lernte man Material für das „Musizieren lernen in Gruppen“ kennen und Anregungen und Ideen wurden praktisch erprobt und reflektiert. Schwerpunkt der einzelnen Workshops war: der frühe Anfang auf dem Instrument, das Musizieren in Ensembles – nicht nur in Bläserklassen, das Singen und Spielen von Liedern in großen Gruppen, das Improvisieren und Interpretieren mit einem Ensemble jeder Altersklasse und das Songwriting im Unterricht mit Jugendlichen. Besonders spannend war das gemeinsame Improvisieren in der Gruppe und das Spielen von Stücken mit Instrumenten ohne Vorerfahrung.

Sowohl als Einstimmung auf den Tag, als auch als Wachmacher nach dem Mittagessen, bot Masterstudentin Anja Günther für die TeilnehmerInnen Warm ups an.

Prof. Dr. Barbara Busch und Prof. Barbara Metzger, die auch in diesem Jahr den Tag der Musikpädagogik wieder hervorragend geplant und organisiert haben, versuchten in ihrem Kurzvortrag Begriffe rund um das „Musizieren in Gruppen“ zu klären, dabei wurde das Klassenmusizieren als ein Arbeitsfeld im schulischen Kontext und das Klassenmusizieren als Sozialform in Musikschulen, Vereinen, u. ä. unterschieden.

Das Musizieren in der Gruppe wird in der Musikpädagogik seit langem diskutiert, da es immer neue Herausforderungen mit sich bringt. Die Anzahl der musizierenden GruppenteilnehmerInnen ist gestiegen, und auch das Arbeiten mit gemischten Ensembles ist mit hohen Anforderungen an die MusikpädagogInnen verbunden. Prof. Dr. Natalia Ardila-Mantilla bot dazu einige Herangehensweisen und Techniken, um mit solch großen und gemischten Gruppen zu arbeiten. Sie gab in ihrem Vortrag die Anregung, die Gegensätze zwischen systematischem und holistischem Unterricht wie ein Mischpult zu nutzen, mit dem man je nach Gruppenzusammensetzung die Balance finden kann. Außerdem stellte Prof. Dr. Ardila-Mantilla Beispiele aus ihrer Studie über MusiklehrerInnen in Österreich vor, die ein formelles oder informelles Unterrichtskonzept haben. Es ging in ihrem Vortrag nicht um die richtige oder falsche Unterrichtspraxis, sondern vielmehr darum, das große Spektrum an Unterrichtsformen anzuwenden, um ein Gleichgewicht zu schaffen. Das bedeutet, als Lehrender flexibel zu sein und nach Bedarf die Unterrichtsmethoden anzupassen. Zusammengefasst haben die TeilnehmerInnen bei dieser Veranstaltung erfahren, wie aus dem Chaos einer heterogenen Gruppe profitiert und somit Chaos als Chance genutzt werden kann.

Wie auch in den letzten Jahren war der 10. Tag der Musikpädagogik äußerst lehrreich. Durch die theoretische und praktische Behandlung des Themas war es ein sehr kurzweiliger und spannender Tag. Die vielfältigen und bunten Eindrücke gaben den TeilnehmerInnen Anregungen für das eigene Unterrichten in der Gruppe.

Impressionen:

 

Tag der Musikpaedagogik 2018 Gruppenarbeit Tag der Musikpaedagogik 2018 Schlaginstrumente Tag der Musikpaedagogik 2018 Gruppenarbeit Tag der Musikpaedagogik 2018 Solo Tag der Musikpaedagogik 2018 Gruppenarbeit

 

 

 

 

 

 

Text/Fotos: Manuel Lugo