“Wie das Umziehen zur Musik wird” – Animierendes Familienkonzert der EMP

Familienkonzert-Studiprojekt-Feb-WebDas EMP-Studierenden-Projekt 2017 stand unten dem Titel „Hand in Hand von Land zu Land“ und war als Familienkonzert konzipiert. Die Studierenden Katharina Dörsch, Julia Frach und Bettina Langmann wählten für ihr Projekt aus dem Blickwinkel der Konzertpädagogik betrachtet eine ganz besondere Herausforderung: die Konzeption, Probenleitung und Durchführung eines Familienkonzertes. Als Musiker, Chorsänger, Tänzer, Erzähler, aber auch Bühnenarbeiter, Partner beim Komponieren und Choreografieren fungierten die übrigen EMP-Studierenden unter Leitung des Projekt-Teams. Beratend zur Seite standen die EMP-Dozentinnen Mag. Daniela Hasenhündl und Prof. Barbara Metzger.

Mit folgendem Text wurde auf dem ansprechenden Plakat, auf dem ein von Julia Frach speziell zu diesem Anlass gemaltes Bild das Interesse weckte, geworben: Das Team Elementare Musikpädagogik der Hochschule für Musik Würzburg musiziert für und mit Familien – Kindern ab 4 Jahren, Eltern und Großeltern. Seien Sie mittendrin, statt nur dabei, wir zählen auf Sie!

Wie kann es gelingen, Kinder ab 4 Jahren, deren Geschwister, Eltern und Großeltern gleichermaßen in einem Mitmachkonzert anzusprechen?  Das Projekt-Team entwickelte eine Rahmengeschichte in Form von Briefen, die von einer Oma im Lehnstuhl und dazu passender Schirmlampe vorgelesen wird und als roter Faden die einzelnen kurzen Musikbeiträge verbindet – sehr eindrucksvoll und glaubwürdig dargestellt von Johanna Schiller. In den Briefen erzählt die Enkelin Emily von ständigen Umzügen, die sie mit ihren Eltern erlebt, und schildert kurze Begebenheiten in den einzelnen Ländern, die dann zu einem landes-typischen Musikstück überleiten.

Ein Tango erklingt auf den Straßen im brasilianischen Rio und dazu wird getanzt – wobei die drei Solo-Tanzpaare je eine für Kinder skurrile und witzige Situation darstellen.

In Brasilien erklingt eine feurige Samba-Musik und die TänzerInnen sind mit Puscheln in den Landesfarben geschmückt.

Im afrikanischen Kenya erklingt ein mitreißender Song, auf Djemben begleitet, und das Publikum lernt von der Trommelmeisterin eine Bodypercussion-Begleitung zum Mitspielen. Als Emiliy wieder nach Würzburg zieht, erklingt eine Polka und die Kinder werden aufgefordert mitzutanzen.

Die Anforderungen, die diese stilistische Vielfalt an die Musiker, Sänger und Tänzer stellt, werden von den EMP-Studierenden mit hoher Qualität und überzeugender Spiellust bewältigt. Aber nicht nur das. Das Team zeigt auch seine schauspielerisch-rhythmischen Fertigkeiten in kleinen Zwischen-Sketchen, bei denen mit Umzugskartons, Zeitungspapier, Filz-Markern und ähnlichen Utensilien hantiert und musiziert wird und bei denen kleine Missgeschicke die Zuschauerschaft heftig zum Lachen bringen.

Neben den Briefen von Emily und den Sketchen mit den Umzugskartons existiert ein dritter Handlungsstrang, der das Familienkonzert strukturiert: ein Titelsong, der immer wieder-kehrt und bei dem sich das Publikum mit kleinen Mitmach-Aktionen einbringen kann.

Alle Aktionen sind der Aufmerksamkeitsspanne von Kindern von ca. 3 Minuten angepasst und so geschickt miteinander verwoben, dass gerade genügend Zeit für die Ausführenden bleibt, die Instrumente und Utensilien zu wechseln. Viele Mitwirkende agieren in Mehrfachrollen. Alles ist so raffiniert von den drei Regie führenden Studierenden gemeinsam mit den KommilitonInnen ausgeklügelt, dass das 50-minütige Konzert ohne Hektik und mit großer Animationskraft auf alle Zuschauer wirken kann.

In der ersten Veranstaltung am Sa, 11. Feb. 2017 im Kammermusiksaal der Hochschule für Musik fanden nicht alle Interessierte Platz. Ihnen wurde die Wiederholung des Familienkonzerts am 16. Feb. 2017 im Burkardushaus empfohlen.

Wieder einmal zeigten die Studierenden der Elementaren Musikpädagogik, welch breites Spektrum an Kompetenzen in diesem Studium Raum hat und zu welch überzeugenden Leistungen Team-Work verhelfen kann.