Meisterkurs "Pipa" mit Lingling Yu

Anlässlich der Aufführung zweier Duos  im Rahmen des Kompositionsabends am 28.4.2010, wird am 29.4.2010 von 9:30 bis 12 Uhr im Raum E 07 ein Meisterkurs zur chinesischen Querriegel-Schalenlaute „Pipa“ mit Lingling Yu stattfinden. Dieser Meisterkurs richtet sich an Studierenden der Hochschule für Musik Würzburg, die sich für ostasiatische Musik interessieren. Studierende von Zupfinstrumenten können besonders vcn diesem Kursangebot profitieren. Gegenstand werden ausgewählte Repertoirestücke und Spieltechniken der Pipa sein. Diese einmalige Gelegenheit von einer Meisterschülerin Liu Dehais die filigranen Vibrato-,  Tremolo- und Resgualdotechniken aus erster Hand erklärt zu bekommen, sollte man unbedingt ergreifen! Kurssprache ist Französisch und Hochchinesisch (mit Übersetzung). 

Lingling Yu wurde im Süd-Osten Chinas in Hangzhou, dem Ausgangspunkt der Seidenstrasse in der Nähe Shanghais, geboren. Bereits seit ihrem 8. Lebensjahr begann sie zu musizieren und verschrieb sich mit 13 voll und ganz der Pipa. Schon beim Eintrittsexamen zum zentralen chinesischen Konservatorium errang sie den ersten Preis! Aufgrund ihrer offensichtlichen Hochbegabung wurde Lingling Yu Thema eines Dokumentarfilms.

Nach ihrem Diplom begann sie ihre Tätigkeit als Dozentin für Pipa an der Pekinger Qing Hua Universität, wo sie bis 1997 unterrichtete. 1988 gewann sie in Peking den nationalen Wettbewerb für traditionelle chinesische Musik.
Sie studierte mit bedeutenden Pipavirtuosen wie Dehai Liu, einer der wichtigsten Kapazitäten auf der Pipa, Jieli Luo, Fandi Wang und Weixi Sun und erarbeitete so ihr weites Repertoire um eine Vielzahl von Stilformen und -elementen. Musikalische Tourneen führten sie durch ganz China und viele Teile Südostasiens.
Um die Zusammenhänge zwischen östlicher und europäischer Musik tiefer zu erforschen, siedelte sie 1998 in die Schweiz über. Dort studierte sie erst bei Jean Balissat am Konservatorium von Lausanne Instrumentation und später am Konservatorium von Genf Tonsatz bei Pierre Studer, Kontrapunkt bei Kurt Sturzenegger, Instrumentation bei Xavier Dayer sowie Improvisation bei David Dolan und Marco Ferrari. Darüberhinaus besuchte sie Vorlesungen zu Komposition bei Nicolas Bolens und Eric Gaudibert.
Sie gibt regelmässig Konzerte sowohl als Solistin, als auch als Mitglied verschiedener chinesischer, europäischer Ensembles mit Programmen traditionell chinesischer Musik, Improvisationen und zeitgenössischer Musik (John Cage, Manuel De Falla, John Adams, György Kurtag, Frangis Ali-Sade, Dehai Liu, Dun Tan, Yi Chen, u.v.a.m.), die ihr besonders am Herzen liegt. Dazu gründete sie verschiedene Ensembles wie u.a. das Ensemble ETC, das YET Trio und das Dragon Ensemble. Neben ihren Auftritten in Europa ist sie auch für das Radio tätig (Radio France, Deutsch-Schweizer Rundfunk, Radio Suisse Romande, Bayerischer Rundfunk) und war bereits im schweizerischen Fernsehen zu erleben.
1999 erschien ihr Debütalbum traditioneller chinesischer Musik "Der Schwan" in der Schweiz und 2009 ihr zweites Album „Der Klang der Stille“.