Hohes Niveau beim Internationalen Dirigentenwettbewerb des Nordbayerischen Musikbunds e. V. an der Hochschule für Musik Würzburg

Beim Internationalen Dirigentenwettbewerb des Nordbayerischen Musikbundes (NBMB) hat die Jury unter dem Vorsitz von Isabelle Ruf-Weber aus der Schweiz keinen 1. Preis ausgelobt.  Der 2. Preis ging an Tobias Haußig aus Esslingen, der 3. Preis wurde an Marvin Stutz aus Karlsruhe vergeben.

Marvin Stutz durfte sich darüber hinaus über den Orchesterpreis freuen, den das Nordbayerische Jugendblasorchester (NBJBO), das bei den Dirigaten und Proben den Teilnehmern*innen zur Verfügung stand, ausgelobt hatte. Er darf zusammen mit dem künstlerischen Leiter des Orchesters Prof. Ernst Oestreicher im Sommer bei der nächsten Projektphase das Orchester leiten.

Beide Dirigenten durften im abschließenden Preisträgerkonzert das NBJBO dirigieren.

18 junge Dirigenten*innen stellten sich vom 22. bis 24. Februar 2018 in der Hochschule für Musik Würzburg einer Internationalen Jury.

Der Nordbayerische Musikbund und sein Bundesdirigent Prof. Ernst Oestreicher hatten in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Musik Würzburg diesen Internationalen Dirigentenwettbewerb ausgeschrieben.

In 3 Runden hatten die Teilnehmer*innen unterschiedliche Anforderungen zu bewältigen.

In der 1. Runde mussten alle Teilnehmer*innen aus 3 Solowerken mit Klavierbegleitung eines per Losauswahl dirigieren. „Hier wurden die  Schwerpunkte auf die Sicherheit beim Dirigieren und das Unterordnen unter einem Solisten gelegt“, so Oestreicher.

Als Solisten standen Mitglieder des Nordbayerischen Jugendblasorchester und Studierende der Hochschule zur Verfügung. Neben Sina Herbst und Verena Haberkorn (Klarinette) spielten Kai Begemann (Posaune) und Manuel Scheuring (Trompete) die Solopartien, begleitet von den Dozenten der Hochschule für Musik Emi Ogino und Wolfgang Bamberger.

In der Runde 2 des Wettbewerbs stand das Dirigieren im Fokus.

Das NBJBO  stand den 9 von der Jury für die zweite Runde ausgewählt en Teilnehmer*innen zur Verfügung.  Zwei gegensätzliche Pflichtwerke hatte Prof. Oestreicher für diese Runde ausgewählt:

Die „Jubilee Overture“ von Philip Sparke und „Lied ohne Worte“ von Rolf Rudin wurden von den Bewerbern*innen in sehr unterschiedlichen Interpretationen  dargeboten. Der Komponist Rudin, Alumnus der Hochschule für Musik Würzburg, konnte dabei persönlich seine Komposition “Lied ohne Worte“ hören.

Für die Finalrunde, eine knapp einstündige Probe mit dem NBJBO, hatte die Jury dann noch vier Bewerber*innen zugelassen. Das zu probende Werk wurde am Vorabend ausgelost.

Am Sonntag 25. Februar präsentierten sich dann um 11:00 im Großen Saal der Hochschule für Musik Würzburg die Preisträger in einem Konzert der Öffentlichkeit, das vom Nordbayerischen Jugendblasorchester gestaltet wurde.

Präsident Paul Lehrieder MdL (Bundesvereinigung Deutscher Musikverbände – BDMV)), der den aus Termingründen fehlenden Präsidenten des NBMB Manfred Ländner, vertrat, sprach in seinem Grußwort von einem wichtigen Meilenstein in der Entwicklung des bläserischen Musizierens. Denn in 18.000 Blasorchestern und Spielleutekorps, die in den 11.000 in der BDMV  organisierten Musikvereinigungen musizieren, werden hochqualifizierte Dirigenten*innen benötigt, um dem wachsenden Qualitätsanspruch zu genügen.

Der Präsident der Hochschule für Musik Würzburg, Prof. Dr. Christoph Wünsch, bedankte sich bei seinem Kollegen Prof. Oestreicher, dass er diesen Wettbewerb in der Hochschule organisiert hat, denn die Zusammenarbeit mit den Laienmusikverbänden sei für ihn ein wichtiges  Anliegen.

Die Vorsitzende der Jury Isabelle Ruf-Weber aus der Schweiz betonte die hohe Qualität des Wettbewerbs, auch wenn man sich nicht entschließen konnte, einen 1. Preis zu vergeben. Insbesondere dankte sie ihren Kolleginnen und Kollegen der Jury, „es sei ein wunderbares Miteinander  und die Entscheidungsfindung nahezu einstimmig gewesen.

Im Preisträgerkonzert präsentierten sich die beiden Sieger Tobias Haussig und Marvin Stutz mit jeweils 2 Werken aus dem Wettbewerbsprogramm, Prof. Oestreicher, der spiritus rector des Orchesters, leitete die beiden anderen Werke, die das NBJBO für den Wettbewerb einstudiert hatte.

Für das NBJBO und seinem künstlerischen Leiter Prof. Ernst Oestreicher, war der Wettbewerb auch Auftakt des 30-jährigen Bestehens dieses Auswahlorchesters des NBMB.

Im Jahr 1988 hatte Oestreicher dieses Orchester gegründet und in den 30 Jahren ständig persönlich geleitet, Gastdirigenten und –solisten eingeladen und in herausragenden Konzerten besondere musikalische Akzente gesetzt, wie jetzt bei diesem Wettbewerb.

Mehrere Tonträger sind in diesem Zeitraum entstanden und so schätzte sich das Orchester glücklich,  beim Konzert auch die neue CD mit dem Titel „sempre avanti“ dem Publikum vorzustellen. In Koproduktion mit dem Bayerischen Rundfunk wurden die Aufnahmen im Laufe des Jahres 2017 produziert und jetzt veröffentlicht.

Heiko Schule, Bundesmusikdirektor der BDMV und Mitglied der Jury, zeigte sich erfreut von der Initiative des NBMB:
„Dieser Wettbewerb könnte zum Prototyp für zukünftige Dirigentenwettbewerb der symphonischen Bläserszene werden. Der NBMB und sein Bundesdirigent  konnten mit dem Wettbewerb wieder einmal ihre Vorreiterrolle als Ideengeber für neue Entwicklungen im Blasmusikwesen unter Beweis stellen“.

CW_Lehrieder_Juroren_25_2Dirigentenwettbewerb

Johannes Sittner (Bezirksrat, stellv. Bezirksvorsitzender des NBMB Unterfranken), Prof. Dr. Christoph Wünsch (Präsident der HfM Würzburg), Paul Lehrieder (MdB), Thomas Kolb (Bezirksvorsitzender des NBMB Oberfranken)

Dirigentenwettbewerb Preistraeger1

Tobias Haußig, Isabelle Ruf-Weber, Marvin Stutz, Prof. Ernst Oestreicher