Tobias Christl

Jazz-Gesang
Gebäude: am Residenzplatz | Raum: R 206
Sprechstunde: nach Vereinbarung

Zur Person:

Tobias Christl (*1978) ist Jazzsänger, Stimmkünstler und Totalmusiker. Er ist Songwriter, Improvisator, Sprecher, Komponist und Initiator, spielt Klavier, Keyboards, Klarinette, Gitarre und produziert seine Lieder teilweise selbst. Sein musikalischer Durst hat seinem stimmlichen Ausdruck einen weiten Horizont beschert. Er singt und spielt in zahlreichen Bands und Projekten und ist mit seiner großen stilistischen Bandbreite ein gefragter Bühnen- und Studiosänger für Jazz, Pop und experimentelle Musik.

Die Musik von Tobias Christl ist experimentierfreudig und stets auf der Suche nach dem wesentlichen Moment. Sein Projekt WILDERN ist auf dem Label ACT erschienen, die Alben seiner Bands HERBE SAHNE und LIEBLINGSBAND auf den Labels Traumton und AJazz. Auf mehreren Alben großartiger KünstlerInnen ist er als Gastsänger zu hören.

Als Organisator von Festivals und Konzertreihen und Initiator eines Plattenlabels trat Tobias Christl u.a. durch die Mitbegründung des Kölner Jazzkollektiv KLAENG in Erscheinung.

Er studierte Jazz/Pop-Gesang (Master & Diplom) in New York City (USA), Köln, Würzburg, Nürnberg und Weimar, ebenso wie Musik für Lehramt Gymnasium an der HfM Würzburg und die Fächerkombination Deutsch/Musik für Lehramt Realschule an der Universität Augsburg. Er nahm über mehrere Jahre an Arbeitsphasen und Konzertreisen des BuJazzO (Bundesjugendjazzorchester) unter der Ltg. von Peter Herbolzheimer und des Landesjugendjazzorchesters Bayern unter der Ltg. von Harald Rüschenbaum teil.

Vor seiner Tätigkeit als Leiter des Fachbereiches Vocal Jazz an der Hochschule für Musik in Würzburg war Tobias Christl u.a. an der UdK Berlin, dem IfM Osnabrück, der HfM Köln, der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf und der HMTMH Hannover tätig. Hinzu sind während seiner Tätigkeit als Leiter der “Jammboxx“ (Städtische Musikschule Potsdam) hunderte Songs entstanden, die er gemeinsam mit Kindern geschrieben und produziert hat.

2007 gewinnt er mit dem A-Capella Quartett Klangbezirk den Vokal Total-Wettbewerb in Graz (A) und den internationalen A-capella-Wettbewerb (Taipeh/Taiwan). 2012 wurde er für den Bremer und den Ingolstädter Jazzpreis nominiert, und war mit „Herbe Sahne“ Finalist beim Panikpreis von Udo Lindenberg. 2015 wurde er mit seinem Album „Wildern“ für den Echo Jazz in der Kategorie Sänger national nominiert.

Tobias Christl spielte/arbeitete mit John Hollenbeck, Eivind Aarset, Meredith Monk, Frank Möbus, Fred Frith, Simon Nabatov, Christian Lillinger, Kalle Kalima, Lisa Bielawa, Dorrey Lin Lyles, Nils Wogram, Mat Manieri, David Berkman, DJ Illvibe, Robert Landfermann, Frederik Köster, Pablo Held, Niels Klein, Tobias Hoffmann, Max Andrzejewski, Jonas Burgwinkel, Peter Ehwald, Oliver Potratz, Oliver Steidle, Frank Gratkowski, Daniel Schröteler, Dan Peter Sundland, Keisuke Matsuno, Hanno Busch, Dominik Krämer, Mats Spillmann, Maxime Bender, Blassportgruppe Südwest, Henning Berg, Olaf Rupp, Jürgen Friedrich, Steffen Schorn, Peter Herbolzheimer, Lydia Daher, Peter Licht, Tom Liwa, Mirna Bogdanovic und vielen anderen

Gesangsunterricht hatte er bei Theo Bleckmann, Michael Schiefel, Jeff Cascaro, Anette von Eichel, Reinette van Zijtfeld-Lustig, Jule Unterspann, Eugenia Visconti, Johanna Peine, Martin Hummel, u.a.

Gesangsworkshops u.a. bei Jen Shyu, Joan La Barbara, Gretchen Parlato, Norma Winstone, Phil Minton, Jay Clayton, Sheila Jordan, Judy Niemack, New York Voices, The Real Group, Complete Vocal Technik, Estill, Funktionale Stimmbildung

Unterricht:

In seinem Unterricht geht es Tobias Christl um die vielfältigen Ausdrucksmöglichkeiten der menschlichen Gesangsstimme im improvisiertem Kontext, immer mit dem Ziel der physiologisch gesunden und authentischen Stimmarbeit. Diese geschieht auf Basis funktionaler Stimmbildung, befreiter Atemführung und Bewusstmachung der eigenen Körperlichkeit und deren Resonanzen.

Übungen zu Improvisation, Phrasierung und Interpretation von traditionellen und modernen Formen des Jazz sind genauso Teil des Basisstudiums, wie das Üben von vokalen Mehrstimmigkeiten. Neben dem Erlernen der Sprache des Jazz, insbesondere von Jazzstandards, können verschiedenste Stile der populären Musik in den Unterricht Einzug finden. Generell gibt es keine Genregrenzen.

Im weiteren Verlauf des Studiums werden Angebote im Schreiben eigener Songs & Texte, Kompositionen und Arrangements gemacht. Themenkomplexe wie Studioarbeit, Bühnenpräsenz, Fragen zu Musikbusiness und die Fachdidaktik fließen ebenfalls in den Unterricht mit ein.

Im Masterstudium haben Studierende die Möglichkeit, sich noch intensiver mit Inhalten wie z.B. dem Trainieren des tonalen Gedächtnisses und der Integration von extended vocal techniques zu beschäftigen. Das künstlerisches Profil gewinnt durch eine vertieftere Beschäftigung mit der eigenen Musik und deren Klangsprache weiter an Schärfe.

Übergeordnete Ziele sind, den Studierenden ein breites musikalisches und pädagogisches Repertoire mit auf den Weg zu geben, deren persönliches und kreatives Potenzial sicht- und hörbar zu machen, um Ihnen dadurch einen qualitativ hochwertigen künstlerischen Output zu ermöglichen.