Wahre Schätze

Glen Wilson veröffentlicht Gottlieb-Muffat-Suiten bei Breitkopf

Mit der Erstausgabe von sechs Cembalo-Suiten des Barock-Komponisten Gottlieb Muffat bereichert Glen Wilson, emeritierter Professor der HfM Würzburg, die Literatur zur Musik des 18. Jahrhunderts. Gottlieb Muffat war der Sohn des bedeutenden Komponisten und Musiktheoretikers Georg Muffat. Am kaiserlichen Hof in Wien führte er den hochbarocken Stil von Johann Jakob Froberger und Johann Joseph Fux fort.

Die Werke stammen aus dem Archiv der Berliner Singakademie. Anhand der Suiten in d-Moll (MCB 2), F-Dur (MCB 9), d-Moll (MCB 43), A-Dur (MCB 16), C-Dur (MCB 15) und a-Moll (MCB 19) demonstriert der Herausgeber, wie es dem Komponisten "auf eindrucksvolle Weise [gelang], eine Synthese zwischen dem französischen und italienischen Clavierstil des frühen 18. Jahrhunderts" zu schaffen (Breitkopf). Glen Wilson ergänzt die Veröffentlichung um Hinweise zur Interpretation, besonders im Hinblick auf Muffats üppige Verzierungspraxis, die er analytisch aufgearbeitet und tabellarisch systematisiert hat. "Eine Fundgrube für Freunde spätbarocker Claviermusik!"

Glen Wilson, der 1988 als Professor an die HfM Würzburg berufen wurde, galt schon in jungen Jahren als herausragender Cembalist. So gelang es ihm als einzigem Musiker, beim Internationalen Wettbewerb des "MAfestival Brügge" in drei Kategorien zu gewinnen. Im Laufe einer sehr erfolgreichen Karriere als Musiker arbeitete er u. a. mit Gustav Leonhardt, Emma Kirkby, René Jacobs, Alice Harnoncourt, Max van Egmond, Wieland Kuyken, Michael Chance und Robert Holl zusammen. Neben seiner Karriere als Cembalist produzierte der vielseitig interessierte Experte für "Alte Musik" u. a. auch Rundfunkprogramme in Amerika, Kanada und Australien. Ein breites Œuvre an CD-Einspielungen rundet sein künstlerisches Profil ab.