Station 6: Miteinander

Das Studium am Staatskonservatorium war von der Anmeldung bis zur Abschlussprüfung durch eine Satzung geregelt. Sie wurde traditionell am Studienjahrsbeginn vor den versammelten Lehrern und Studierenden verlesen. Dieser Brauch ist bis in die 1960er-Jahre nachweisbar. Die Satzung wurde im Lauf der Zeit immer wieder abgeändert. So stiegen beispielsweise die Anforderungen für die Aufnahmeprüfungen; die Disziplinarvorschriften dagegen verschwanden in den 1970er-Jahren. Parallel dazu kann man an den Unterrichtsfotos ablesen, wie sich die ungeschriebenen Bekleidungsvorschriften lockerten. Dozenten und Studenten konnten sich nun auch einen Vollbart wachsen lassen. Die Satzung wurde schließlich durch die Grundordnung, die Prüfungsordnung sowie Studienverlaufspläne ersetzt. Ergänzend trat 2015 der „Code of Conduct“ hinzu, in dem „Grundregeln partnerschaftlichen Verhaltens sowie künstlerischer und wissenschaftlicher Praxis“ definiert sind.

Jenseits der formalen Regelungen und über die repräsentativen Festakte hinaus (z.B. anlässlich von Einweihungen oder bei der Studienjahrseröffnung) wurden längere Zeit die hausinternen Faschingsfeiern sowie die Betriebsausflüge als wichtig für den inneren Zusammenhalt der Studierenden und Beschäftigten empfunden. Mit dem Wachstum der Hochschule und der Verteilung des Unterrichts auf verschiedene Gebäude ging dieses „Familien“-Gefühl notwendig verloren. Gefeiert wird nach wie vor; aber eher im kleinen Kreis: in der Abteilung, in der Klasse (wie früher auch), im Jahrgang und im gemeinsamen Projekt.

In einem Festakt anlässlich des 175jährigen Bestehens des Ausbildungsinstituts 1979 wurde Prof. Hanns Reinartz nach 23jähriger Tätigkeit als Direktor bzw. Präsident zum Ehrenpräsidenten der Hochschule ernannt. V.l.n.r. Hanns Reinartz, Weihbischof Alfons Kempf, Kultusminister Prof. Hans Meier, Prof. Bertold Hummel (Nachfolger von Reinartz) und seine Frau | © Archiv der HfM Würzburg
Abendessen ca. 1980: Hanns Reinartz und Ilse Singer | © Privatbesitz von Ilse Singer
Betriebsausflug 1972: v.l.n.r. Siegfried Fink, Karl Haus, Horst Euler, Conrad von der Goltz, Werner Berndsen, Wolfgang Schenk, Irene Walter, Otto Hümmer, Hanns Reinartz, Dagmar Busse, Heinrich Grünewald, Rudolf Rottacker, Karl Erlbeck, Peter Hollfelder, Irmgard Kaufmann, Ilse Singer, Isolde Ländner, Johannes Kamprad, Doris Leininger, Anni Gersitz, Alfons Dömling, Adolf Pfister, Karl Bender, Kurt Hausmann, Bertold Hummel | © Privatbesitz von Ilse Singer
Das sog. Entschuldigungbuch, hier zwei Seiten aus dem Jahr 1989. Auftritte der Studierenden außerhalb der Hochschule waren damals noch genehmigungpflichtig. | © Archiv der HfM Würzburg
Die Zeitung des Schulmusik-Examensjahrgangs 1999 | © Archiv der HfM Würzburg
Fasching in der Villa Völk ca. 1955. Vorne v.l.n.r. Edith Rau (Tochter von Franz Rau), Franz Rau, Erika Zeuner, Gustav Steinkamp | © Archiv der HfM Würzburg
Konrad (Conny) Eckers (1946-2008) hatte 1962-1966 und 1967-1970 am Staatskonservatorium Fagott und Schlagzeug studiert. Er wurde wiederholt wegen seines unregelmäßigen Unterrichtsbesuchs gemahnt und schließlich sogar relegiert. Seine Dienstpflichten als Militärmusiker, aber auch seine Aktivitäten als Tanzmusiker ließen ein geregeltes Studium nicht zu. | © Archiv der HfM Würzburg
Aus der Faschingsbroschüre 1983 | © Archiv der HfM Würzburg
Faschingsfeier der Konservatoriumsverwaltung um 1970 | © Privatbesitz von Ilse Singer
Die Klasse Klink-Schneider im Weinkeller in Iphofen ca. 1965. V.l.n.r. Rainer Miebach, Klaus Junk, Katharina Emmert, Lutz Nees, Barbara Schlick, Marcelle Saint-Léger, Karl Aulbach. | © Privatbesitz von Barbara Schlick
Richtfest des Mitteltrakts im Mehrzweckraum in der Hofstallstraße 1983 | © Privatbesitz von Ilse Singer
Die Satzung des Staatskonservatoriums von 1929, die mit einigen Modifikationen 1947 galt. | © Bayerisches Hauptstaatsarchiv München
Die Satzung von 1963. Die Notizen stammen von Bertold Hummel. | © Archiv der HfM Würzburg